An der Stelle müsst ihr euch bereits entscheiden in welche Richtung ihr euch fotografisch begeben wollt. Reine wissenschaftliche Fotografie im kurzwelligen UV-Band oder künstlerischer Zweig im nahen UV-A mit möglicher Kontamination der Aufnahme durch sichtbare oder infrarote Strahlung. Falls man an erster Variante interessiert ist, kann ich gleich versprechen: DAS wird teuer (da es nur eine handvoll UV-Objektive gibt) und meine kleine Anleitung ist dafür nicht geeignet.

Für erste erfolgreiche Exkurse benötigt man die folgende Ausrüstung:

  1. eine Kamera ohne Hot-Mirror-Filter (auch oft als Full-Spectrum bezeichnet) und vielleicht sogar noch mit CCD-Sensor. Stand meiner Erfahrungen heute würde ich eine umgebaute Kamera von Nikon oder die Fuji Finepix S3 Pro UVIR empfehlen. Bei beiden Varianten ist das Angebot an UV-geeigneten Linsen ohne viel Bastelarbeit größer und auch in der Community sind diese stark vertreten. Das macht die Problemlösung am Anfang natürlich erheblich einfacher. Sowohl die Fuji als auch ältere Nikons sind natürlich nur noch gebraucht zu bekommen, dafür müssen einige Modelle von Nikon nichtmal zwangsläufig umgebaut werdem. Ich selbst benutze eine Pentax K-r ohne Hot-Mirror-Filter (im Bild rechts).
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  2. ein (oder am besten mehrere) UV-geeignete Objektive. Dazu gibt es von Klaus Schmitt und Enrico Savazzi gute Übersichten, welche Linsen in Betracht kommen. Weiterführende Informationen findet man dazu auch wieder bei ultravioletphotography.com. Mein Tipp für den Anfang ist ein günstiges (und hier reden wir von ca. 10 bis 20€) PrinzGalaxy 35mm/f3.5 Objektiv mit M42-Gewinde, zusätzlich ein entsprechender Adapter und ein kurzer Zwischenring. Dieses Objektiv wurde auch unter anderen Marken vertieben, wie z.B. Soligor, I.N.A. etc. Wer Blut geleckt hat, landet später bei M39-Vergrößerer-Objektiven (meist EL-Nikkor) die mittels Helicoid an der DSLR betrieben werden und Hardcore-UV-Fotografen werden wohl nicht an den €€€€-teuren Spezialoptiken vorbeikommen.
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  3. Der nächste Schritt sind Filter. Der nach wie vor beste Filter ist sicherlich der Baader-U. In der 2″-Variante ist man allerdings auch mit gut 300€ dabei. Dazu kommen dann noch Adaptionsringe, damit der Filter in das Einschraubgewinde des Objektivs passt. Vorteil vom Baader ist aber, dass man damit sofort loslegen kann. Alternativ (und so arbeite ich) benutzt man einen Filterstack aus UV-Druchlassfilter (z.B Hoya U-Serie) und UV/IR-Sperrfilter (z.B. Schott S8612 oder BG-Serie). Klingt unlogisch oder? Ist aber relativ einfach erklärt: UV-Durchlassfilter sind in der Regel Bandpassfilter, die im IR-Bereich wieder Strahlung durchlassen, welche die Aufnahme kontaminieren würde. Deshalb muss der UV-Durchlassfilter mit einem IR-Sperrfilter (der auch immer ein bisschen UV wieder aussperrt) kombiniert werden. Eine gute Adresse um sich über mögliche Filterkombinationen und die Dicke der einzelnen Glassorten beraten zu lassen ist Steven der unter dem Namen UVIRoptics auf ebay passende Filter anbietet. Ich benutze einen Hoya-U340 (1mm stark) und den Schott S8612 (1,75mm stark) von ihm.
  4. Eine Lichtquelle braucht es natürlich auch. Am Anfang ist die Sonne das einfachste Mittel der Wahl. Aus eigener Erfahrung kann ich aber schon jetzt sagen, dass es irgendwann einfach (körperlich) sehr anstrengend ist in der prallen Mittagssonne zu fotografieren. Außerdem verträgt auch der Sensor die Wärme nicht so gut, wodurch sich das Rauschverhalten verschlechtert. So ist es irgendwann an der Zeit sich eine externe UV-Quelle zu besorgen.
    ACHTUNG! Niemals ohne entsprechende Schutzbrille arbeiten und unter keinen Umständen direkt in die Lichtquelle schauen! Das führt zu Verbrennungen auf der Netzhaut, die im schlimmsten Fall zum Erblinden führen können.
    Zur Auswahl stehen Blitze, LED-Strips oder auch UV-Taschenlampen. Bei den Blitzen werden vor allem die Nikon-Nutzer gut bedient, eine günstige Alternative bietet der Canon 199A im DIY-Umbau. Bei manuellen älteren Blitzen bitte immer auf die Triggerspannung achten, um nicht die Kameraelektronik zu zerstören. Bei Unsicherheit, lieber die Finger davon lassen! Ich selbst benutze eine UV-Taschenlampe (gerade bei den billigen Geräten kommt aber oft mehr blaues Licht als UV-A-Strahlung raus) von Nitecore.
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  5. Da sich die Belichtungszeiten im Sekundenbereich bewegen braucht man noch ein gutes Stativ und ein paar Klemmen (oder auch einfache Wäscheklammern) um beispielsweise die Pflanzenteile und den Hintergund zu fixieren.

Das war es eigentlich auch schon, um eine erste Aufnahme zu wagen. Einen Workflow (Korrektur Fokusshift, Kamera-WB etc.) muss man sich selbst erarbeiten und anschließend folgt die Bildbearbeitung am PC und eventuell der Austausch von Bildern in einer Community.

Im Uhrzeigersinn: - reflektierte UV-Strahlung (UV) - reflektiert NIR - UV induzierte Fluoreszens (UVIVF) - sichtbarers Spektrum (VIS)

Im Uhrzeigersinn:
reflektierte UV-Strahlung (UV)
reflektiert NIR
UV induzierte Fluoreszens (UVIVF)
sichtbarers Spektrum (VIS)