Eine andere Sicht auf unsere Umwelt bietet die reflektierte UV-Fotografie. Einige haben bestimmt bereits mitbekommen, dass ich im Besitz einer Pentax K-r ohne Hot-Mirror-Filter bin. Damit steht mir nun das gesamte detektierbare Lichtspektrum des Sensors zur Verfügung. Neben reflektierten Infrarot-Aufnahmen sind somit auch Bilder mittels reflektierter Strahlung am anderen Ende des sichtbaren Spektrums, dem UV-A Band, möglich. Das hat allerdings nichts mit der besser bekannten „Schwarzlicht-Fotografie“ zu tun. Bei dieser wird UV Strahlung genutzt um sichtbare Floureszenz/Lumineszenz anzuregen (kurz UVIVF).
Was ich also mache ist bei brütender Hitze draußen in der Sonne Blüten abzulichten, um möglicherweise vorhandene Muster sichtbar zu machen. Mit UV-Durchlass- und IR-Sperrfilter vor der Linse landet auf dem Sensor somit die reflektierte Strahlung. Das ist wirklich entschleunigte Fotografie und so kann dann ein Ergebnis nach Bearbeitung der Rohbilddaten aussehen:

sonnenhut

Abgeleitet von der möglichst reinen UV-A Fotografie ist es durchaus interessant durch geeignete Filterkombination (wie. z.B. Schott UG5 und S8612) Bilder ähnlich der Sehweise von Insekten anzufertigen. Wer generell etwas tiefer und auf empirischer Ebene in die „Bienensicht“ eintauchen möchte, dem sei die Publikation von Daumer aus dem Jahr 1958 empfohlen. Schon etwas älter, aber a) auf deutsch und b) reichlich bebildert.

WARNUNG:
Bei Aufnahmen mit externen UV-Quellen (Blitz, Lampe, LED etc.) immer eine Schutzbrille tragen! Die Gefahr für die Augen darf man auf keinen Fall unterschätzen.