Die verschiedenen Arten der Gattung Gerbera aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) gehören vor allem dank der vielen farbenfrohen Hybrid-Züchtungen mittlerweile zu den beliebtesten Schnittblumen. Nahezu während des gesamten Jahres bekommt man diese im Blumengeschäft des Vertrauens. Vor allem die warmen Farbtöne rot und orange, sowie auch die neutraleren Farben gelb und weiß findet man häufig in den Gebinden der Floristen. Die fiederteiligen zum Teil aber auch nur einfachen Laubblätter stehen in Rosetten zusammen und können behaart oder unbehaart sein. Im runden Blütenkörbchen stehen dicht nebeneinander die Röhrenblüten, die in späteren Blühstadien das gesamte Blütenkörbchen ausfüllen. Eine Betrachtung der Blüten mittels reflektierter Strahlung unterschiedlicher Wellenlänge könnte also durchaus interessant sein. Im Folgenden wurden dazu sechs Aufnahmen mit unterschiedlichen Filtern angefertigt und im Anschluss mit RawTherapee und Lightroom bearbeitet:

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obere Reihe von links nach rechts:

  • Aufnahme im nahen Infraroten mit Heliopan RG830
  • Falschfarbenaufnahme mit Heliopan RG695, kein Kanaltausch
  • Falschfarbenaufnahme mit Heliopan RG645, Rot- und Blaukanal wurden anschließend vertauscht

untere Reihe von links nach rechts:

  • Aufnahme im sichtbaren Licht mit Schott S8612 (1.75mm)
  • Falschfarbenaufnahme mit UV-Anteil unter Verwendung der Schottfilter BG5 (3mm) + S8612 (1.75mm), anschließend Kanaltausch
  • Aufnahme im UV-A Band mit Hoya U340 (2mm) + S8612 (1.75mm)

Während sich im nahen Infraroten kaum ein Kontrast einstellt, lassen sich durch anteiliges sichtbares  Licht durchaus ansehnliche Farbkombinationen erreichen. Im ultravioletten Spektrum stellt sich die Blüte als stark absorbierend dar, die Laubblätter hinterlassen jedoch einen fast schon metallischen Look. Lediglich an den Spitzen der Röhrenblüten wird ein Teil der UV-Strahlung reflektiert. Lässt man auch bei der UV-Aufnahme Kontamination mit sichtbarem Licht zu, kann durch anschließenden Kanaltausch ein wie ich finde durchaus ansehnlicher Farbeffekt erzielt werden. An einer roten Gerbera wurde mittels UV-Licht versucht visuelle Fluoreszenz (engl. UVIVF) anzuregen:

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Dazu wird das Objekt in einem völlig abgedunkelten Raum mittels einer UV-Quelle beleuchtet und durch Filter das sichtbare Spektrum auf dem Kamerasensor festgehalten. Fast schon Forensik sozusagen 😉 Die Fluoreszens erkennt man recht schön an den bläulich schimmernden Staubpartikeln, mit Sicherheit ist aber auch sichtbares Licht aus der Primärquelle (Nitecore CU6 UV-Taschenlampe) auf dem Sensor gelandet.