Aus der Kamera kommt nach der Aufnahme zunächst ein knallrot, rosa bis bräunliches Bild (je nach Filter), das natürlich noch nachbearbeitet werden muss. Dazu sind einige Arbeitsschritte nötig, die nachfolgend erläutert werden. Abhängig von Art und Umfang der Nachbearbeitung lassen sich analog zur „normalen“ Fotografie unterschiedliche Bildwirkungen erzielen.

Die Basic-Schritte, um die man eigentlich nicht herum kommt sind:

  • Weißabgleich (Wer mit RAW fotografiert hat ganz klar den Vorteil, dass man beim Weißabgleich sehr kreativ probieren kann)
  • Kanaltausch (Farb-IR) bzw. Graustufenkonvertierung (S/W-IR)
  • Tonwertkorrektur bzw. Gradationskurve anpassen

Neben der einfachen Nachbearbeitung mittels Kanaltausch/Weißabgleich oder S/W-Konvertierung bietet auch die Infrarotfotografie eine Menge Potential für kreative Bildbearbeitungen. Die folgende Liste stellt nur eine Auswahl dessen dar und ist im wesentlichen eine ToDo-Liste, welche Projekte ich gern noch umsetzen und hier präsentieren möchten.

  • Unterschied roter, blauer oder grüner Kanal für S/W-Bilder
  • Blending/Composite http://photo.frantzen.de/ir_tipps4.htm
  • Mehrere Ebenen (Composing, Pseudo-HDR)
  • Duplex
  • Weichzeichner
  • IR-Portraits
  • Stitchen von Aufnahmen (Landschafts-Panos)
  • Stereo-Infrarot: Beispiel oder auch hier

mehrere Ebenen

Bei der Verwendung mehrerer Ebenen werden im Prinzip beliebig viele Bilder übereinandergelegt. Diese Bilder können nun entweder gleich sein (dann dupliziert man einfach) oder es werden verschiedenartige Bilder (z.B. eine IR-Aufnahme und die Aufnahme eines Lensflare) übereinander gelegt. Die Art und Reihenfolge wie die Ebenen miteinander verrechnet werden entscheiden über das Ergebnis. Nehmen wir einfach folgendes Bild als Beispiel:
imgp8356kanalWird das Bild nun in ein Bildbearbeitungsprogramm geladen ist es auf einer Ebene abgelegt (in Photoshop heißt sie Hintergrund, in GIMP erhält die Ebene einfach den Dateinamen). Diese Ebene duplizieren wir und erhalten eine zweite Ebene, die eine exakte Kopie der Ersten darstellt und als Ebenemodus die Eigenschaft „normal“ besitzt. Erstmal noch nicht sehr spannend, vergleichbar mit zwei übereinander gelegten identischen Papierabzügen. Interessant wird die Ebenentechnik dadurch, dass sich im Gegensatz zu den Papierabzügen die Transparenz/Deckkraft und auch die Eigenschaften der einzelnen Ebenen einstellen lassen. Wählt man nun abweichend von der Standardeinstellung „normal“ einen Ebenenmodus (die Bekanntesten dürften Addition/Multiplikation/Subtraktion/Division sein) wird im Programm für jedes Pixel ein neuer RGB-Wert berechnet und zugeordnet. Zusätzlich lässt sich über die Deckkraft einstellen wie stark der Effekt dem ursprüngliche Bild überlagert wird. Beispielsweise wurde im folgenden Bild die duplizierte Ebene mit 60% Deckkraft im Ebenenmodus „Harte Kanten“ der Ersten überlagert. Als Effekt erhält man viel kräftiger Farben und Kontraste, verliert aber die Zeichnung in den Wolken.
imgp8356kanal_hartDamit die Wolken nicht übertrahlen, müsste man vor Überlagerung der Ebenen eine Tonwertkorrektur durchführen. Daran lässt sich erkennen, das die Verwendung von Ebenen eventuell noch weitere Bearbeitungschritte mit sich bringt.