Was braucht man also alles um eine erste Infrarotaufnahme anzufertigen? Wir beschränken uns auf Pentax DSLR, so dass als Grundequipment: Kamera, Objektiv, Filter genannt werden müssen. Zu Beginn sei noch erwähnt, dass jede Pentax DSLR mit einem s.g. Hot Mirror Filter vor dem Sensor ausgestattet ist, der die in der normalen Fotografie unerwünschten Spektralbereiche (IR und UV) blocken soll.

IR-taugliche Kameras ohne Umbau

Grundsätzlich ist die IR-Empfindlichkeit der folgenden Modelle ausreichend für Freihand-IR-Aufnahmen bei geringem ISO ohne einen Umbau vornehmen zu müssen. Sie besitzen einen relativ schwachen Hot Mirror Filter. Wir schrauben also auf das Objektiv einen IR-Transmissionsfilter, der nahezu nur noch IR durchlässt, welches später aber dank des Sperrfilters wieder herausgefiltert wird. Dies führt zwangsläufig zu längeren Belichtungszeiten als üblich. Für den Anfang ist das die günstigste Möglichkeit, um in diese Aufnahmetechnik hinein zu schnuppern. Ein Stativ ist allerdings eine sehr sinnvolle Ergänzung. Bei leicht windigem Wetter ist das Limit der Belichtungszeit schnell erreicht und die Bewegungsunschärfe dominiert das Bild

Den IR-Tauglichkeitstest mit der LED einer Fernbedienung im Dunkeln kann man eigentlich vergessen. Selbst wenn dort im LV die leuchtende Diode zu sehen ist, sind die Belichtungszeiten in der Praxis im Sekundenbereich. Im Jahr 2012 wurde von Pentax die 645D IR mit 100 Stück/Jahr angekündigt. Leider gibt es keine verlässlichen Informationen, ob es jemals zum Release kam. Mittlerweile ist eine IR-Version der 645Z angekündigt.

Umbau einer Kamera

Höhere Infrarotempfindlichkeiten lassen sich natürlich mit einem Kameraumbau realisieren. Dadurch lassen sich mit der normalen Fotografie vergleichbare Kombinationen von ISO, Blende und Belichtungszeit erreichen. Beim Umbau wird der IR-Sperrfilter vor dem Sensor entfernt und durch

  • Klarglas (undefinierter Umbau / Verwendung von Schraubfiltern vor dem Objektiv) oder
  • einen bestimmten Transmissionsfilter (definierter Umbau)

ersetzt. Je nach Anbieter kann beim definierten Umbau zwischen verschiedenen Wellenlängen gewählt werden. Allgemein gilt: Mit einem definierten Umbau sind keine normalen Bilder mehr möglich und außerdem sollte die gewählte Wellenlänge nicht zu hoch sein, um sich nicht zu sehr einzuschränken. Ein definierter Umbau bietet den Vorteil, dass das gewohnt helle Sucherbild erhalten bleibt und keine weiteren Vorschraubfilter zwingend notwendig sind. Bei einem undefinierten Umbau muss stets ein Filter vor das Objektiv und der Sucher wird stockfinster. Von einem DIY-Umbau ist jedoch abzuraten! Ferner muss man sich vorher über einen möglichen Verlust der Garantie/Gewährleistung beim Umbauservice erkundigen. Bei einigen Anbietern erhält man zumindest eine halb oder ganzjährige Gewährleistung auf ihre Arbeit.