Nun hat man also eine Kamera und ein entsprechendes Objektiv, aber was macht jetzt der Filter? Dazu sind in den folgenden beiden Abbildungen jeweils ein Sperrfilter für UV und IR (links) und ein IR-Durchlassfilter (rechts) gegenübergestellt*. Die erste Aufnahme ist mit einer ganz normalen Kamera (diese besitzt noch ihren internen IR/UV-Sperrfilter) aufgenommen, entsprechend keine Auswirkung hat der zusätzliche Sperrfilter links und der IR-Durchlassfilter erscheint einfach schwarz. Die Kamera gibt also das wieder, was das menschliche Auge auch sieht:
filtervis
Die gleichen Filter aufgenommen mit einer für IR modifizierten Kamera zeigt nun, dass, der IR-Durchlassfilter tatsächlich für diesen Wellenlängenbereich „durchsichtig“ ist, wohingegen der IR/UV-Sperrfilter das nahe Infrarot sperrt und somit schwarz („undurchsichtig“) erscheint:
filterir
Filter werden zu Beginn der IR-Fotografie ein weiterer kostenintensiver Ausrüstungsgegenstand sein. Durch eine fehlende einheitliche Bezeichnung wird es dem Einsteiger zusätzlich erschwert einen Überblick über das Angebot zu erhalten. Zunächst sein erwähnt, dass es eine Vielzahl von Filtern aus fernöstlicher Billig-Produktion zu Preisen bis 30€ in der Bucht gibt. Für den Einstieg kann man es damit versuchen, aber optische Wunderwerke darf man dann nicht erwarten.
Vor der Anschaffung eines Markenfilters von Hoya (begrenztes Angebot), B+W, Heliopan (Schott-Gläser) oder Wratten (schwer zu bekommen) gilt es zu überlegen, wieviel sichtbares Licht „ausgesperrt“ werden soll. Dies erkennt man an der angegeben Grenzwellenlänge des Filter, z.B. 720nm. Das sichtbare Spektrum reicht bis ca. 700nm, so dass mit diesem Filter kaum noch sichtbares Licht durchkommt. Warum nur kaum, müsste nicht alles sichtbare Licht gesperrt werden? Nein, denn auch wenn es häufig anders behauptet wird, die Angaben auf dem Filter sind in der Regel die 50% Grenzwellenlänge. D.h. die Transmission erreicht bei 720nm den Wert von 0,5 (oder eben 50%) und im Bereich kleiner 720nm wird immernoch ein gewisser Anteil des Spektrum durchgelassen. Wieviel kann den Transmissionskurven in den Datenblättern der Hersteller entnommen werden. Angemerkt sei noch, dass diese Kurven auch nicht immer korrekt sind. Eine schöne Übersicht, welche Effekte sich mit den unterschiedlichen Filtern erreichen lassen, findet man hier Für die Nutzer des Folienfiltersytems von Cokin gib es einen IR-Durchlassfilter mit 50% Transmission bei 720nm (Cokin P007). Danke an fotoralf.be für diesen Hinweis.

Das Stacking mehrer IR-Filter wird in der Regel nicht empfohlen, da sich dadurch die Belichtungszeit verlängert (Quelle) und die Wellenlänge betreffend kein Effekt zu erwarten ist. Trotzdem existieren auch Bilder, bei denen durch Stacking von zwei identischen Filtern das Ergebnis hinsichtlich des Kontrasts verbessert wurde. Bei Gelegenheit erfolgt eine Überprüfung ;)

Bezugsquellen

* Die Idee dazu entstammt: Klaus Mangold, Digitale Infrarotfotografie, mitp Verlag, 2. Aufl., 2015