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Fotografiertes von und mit Martin Kommer

Autor: photo-mk (Seite 1 von 3)

Bildanalyse – Besser kommentieren im Netz

Folgende Situation dürfte wohl jeder schon einmal erlebt haben:

Man hat ein aus der eigenen Perspektive wunderbares Bild aufgenommen und bearbeitet. Anschließend stellt man es ins Netz (Foren, flickr, FB etc.) und erhält Kommentare wie „gefällt mir“, „spricht mich nicht an“ oder auch nur Emoticons.

Das ist jedoch keine objektive Betrachtung der Fotografie sondern drückt lediglich das subjektive Empfinden beim Betrachter aus. Auf der anderen Seite muss sich jeder natürlich auch selbst fragen: Welche Kommentare hinterlasse ich? Sind diese wirklich hilfreich oder auch nur „Likes“? Keine Sorge, niemand verlangt eine ausführliche Bildanalyse zu jedem Bild. Aber ist es nicht so, dass man sich nur durch tatsächlich konstruktive Kritik weiterentwickeln kann? Nicht nur der Empfänger der Kritik wird dadurch Fortschritte erzielen, auch der eigene Blick wird geschärft. Und: So wie man in den Wald hinein ruft, schallt es heraus. Wer also eher geneigt ist, sich mit den Bildern anderer User intensiver zu beschäftigen wird vermutlich eine ähnliche Resonanz auf die eigenen Bilder erfahren. Doch wie macht man das nun?

Generell bietet es sich an in drei groben Schritten vorzugehen:

  1. Beschreibung des Bildes
  2. Analyse
  3. Interpretation

Unter Beschreibung könnte man all die Dinge packen, die üblicherweise in den Kommentaren auftauchen:

  • Hintergrund-Informationen
  • Titel und Genre
  • Objekte im Bild (Vorder-, Mittel- und. Hintergrund)
  • Format, Serie/Einzelbild

Bei der Analyse gilt es nun etwas tiefer in die Details einzusteigen, ohne dabei bereits eine Bewertung vorzunehmen. Hier geht es lediglich um Fakten:

  • Komposition der Gestaltungselemente
  • Farben / Tonwerte
  • Kontraste (hier sind nicht nur Farbkontraste gemeint!)
  • Struktur
  • Spannungsbögen

Im letzten Schritt kann (muss aber nicht) eine Interpretation erfolgen. Diese ist natürlich wieder subjektiv. Steckt beispielsweise eine Botschaft im Bild und wie klar ist diese erkennbar? Ich gebe zu, häufig halte ich mich nicht an diese hier dargestellte Dreiteilung, da die Beiträge in Foren etc. sonst einfach zu aufgebläht wirken.

Und wie merke ich mir das alles?

Tja, da ich mir das sowieso niemals alles merken könnte, habe ich mir ein kleines Merkblatt (DIN A5) mit ein paar Stichpunkten erstellt, welches ihr auch gerne benutzen dürft. Es ist nicht digital erstellt, da ich meist auch die Bildanalysen handschriftlich mache.

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Sanatorium im Harz

Eine kleine Reise in den Harz endete dank des Tipps eines sehr netten Pentaxian bei einem Lost Place. Gut, davon gibt es im Harz mehr als genug. Leider merkt man dieser Region stark an, dass sie in beiden ehemaligen deutschen Staaten im direkten Grenzbereich lag. Für die dort lebenden Menschen sicherlich kein besonders schöner Umstand und die teilweise menschenleeren Straßen an einem sonnigen Samstagvormittag sind schon etwas gruselig. Bei dem durch die kleine Fotografen-Gruppe besuchten Ort handelt es sich um ein ehemaliges Sanatorium zur Heilung von Atemwegserkrankungen. Die Anlage besteht aus getrennten Teilen für gewinnbringende Privatpatienten sowie Angehörige einer Pensionskasse auf der anderen Seite. Um die Jahrhundertwende des 19. zum 20. Jahrhundert liegt also bereits eine ausgeprägte Zweiklassen-Medizin vor. Relativ bald nach Eröffnung wurde die Anlage geschlossen bzw. im 1. WK als Lazarett genutzt. Welche Aufgabe die Anstalt in der dunklen Zeit deutscher Geschichte hatte, konnte ich bisher nicht recherchieren. Da im Keller jedoch einige bis zur Decke gekachelte zellenartige Räume und mehrere vermutlich OP-Säale noch erkennbar sind, muss man in Betracht ziehen, dass eventuell Verbrechen gegen die Menschlichkeit stattgefunden haben. Aus Respekt vor möglichen Opfern habe ich dort keine Aufnahmen gemacht. Insgesamt ist der gesamte Komplex in einem erbärmlichen Zustand, sehr viele Bereiche sind durch Vandalismus völlig zerstört. Die Ruine ist also einerseits ein Anziehungspunkt für (leichtsinnige?) Fototouristen, aber eben leider auch für Angehörige der heutigen Spaßgesellschaft. Das Verständnis für Vandalismus jeglicher Art fehlt mir allerdings gänzlich und ich möchte mich hier ausdrücklich von solchen Chaoten distanzieren! 

Gerbera im Portrait

Die verschiedenen Arten der Gattung Gerbera aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) gehören vor allem dank der vielen farbenfrohen Hybrid-Züchtungen mittlerweile zu den beliebtesten Schnittblumen. Nahezu während des gesamten Jahres bekommt man diese im Blumengeschäft des Vertrauens. Vor allem die warmen Farbtöne rot und orange, sowie auch die neutraleren Farben gelb und weiß findet man häufig in den Gebinden der Floristen. Die fiederteiligen zum Teil aber auch nur einfachen Laubblätter stehen in Rosetten zusammen und können behaart oder unbehaart sein. Im runden Blütenkörbchen stehen dicht nebeneinander die Röhrenblüten, die in späteren Blühstadien das gesamte Blütenkörbchen ausfüllen. Eine Betrachtung der Blüten mittels reflektierter Strahlung unterschiedlicher Wellenlänge könnte also durchaus interessant sein. Im Folgenden wurden dazu sechs Aufnahmen mit unterschiedlichen Filtern angefertigt und im Anschluss mit RawTherapee und Lightroom bearbeitet:

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obere Reihe von links nach rechts:

  • Aufnahme im nahen Infraroten mit Heliopan RG830
  • Falschfarbenaufnahme mit Heliopan RG695, kein Kanaltausch
  • Falschfarbenaufnahme mit Heliopan RG645, Rot- und Blaukanal wurden anschließend vertauscht

untere Reihe von links nach rechts:

  • Aufnahme im sichtbaren Licht mit Schott S8612 (1.75mm)
  • Falschfarbenaufnahme mit UV-Anteil unter Verwendung der Schottfilter BG5 (3mm) + S8612 (1.75mm), anschließend Kanaltausch
  • Aufnahme im UV-A Band mit Hoya U340 (2mm) + S8612 (1.75mm)

Während sich im nahen Infraroten kaum ein Kontrast einstellt, lassen sich durch anteiliges sichtbares  Licht durchaus ansehnliche Farbkombinationen erreichen. Im ultravioletten Spektrum stellt sich die Blüte als stark absorbierend dar, die Laubblätter hinterlassen jedoch einen fast schon metallischen Look. Lediglich an den Spitzen der Röhrenblüten wird ein Teil der UV-Strahlung reflektiert. Lässt man auch bei der UV-Aufnahme Kontamination mit sichtbarem Licht zu, kann durch anschließenden Kanaltausch ein wie ich finde durchaus ansehnlicher Farbeffekt erzielt werden. An einer roten Gerbera wurde mittels UV-Licht versucht visuelle Fluoreszenz (engl. UVIVF) anzuregen:

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Dazu wird das Objekt in einem völlig abgedunkelten Raum mittels einer UV-Quelle beleuchtet und durch Filter das sichtbare Spektrum auf dem Kamerasensor festgehalten. Fast schon Forensik sozusagen 😉 Die Fluoreszens erkennt man recht schön an den bläulich schimmernden Staubpartikeln, mit Sicherheit ist aber auch sichtbares Licht aus der Primärquelle (Nitecore CU6 UV-Taschenlampe) auf dem Sensor gelandet.

Die erste Trauung

Mein Steckenpferd ist und bleibt die Fotografie von unbewegten Objekten in verschiedenen Spektralbereichen des Lichts. Dennoch beschäftige ich mich auch mit anderen Bereichen der Fotografie und so bin ich Ende Oktober des vergangenen Jahres das erste Mal in die Verlegenheit geraten eine standesamtliche Trauung zu begleiten. Als erste Reaktion auf die Anfrage, habe ich geantwortet: „Im Notfall stehe ich zur Verfügung, kann aber nicht die Erfahrung und Qualität eines Profis bieten“. Dementsprechend würde ich auch stets Anfragen bezüglich einer fotografischen Begleitung von kirchlichen Trauungen absagen. Das ist einfach nicht meine Baustelle. Natürlich hatte ich bereits auf diversen Veranstaltungen meine Kamera dabei, jedoch wurde ich bisher nie als Fotograf für eine Trauung oder ähnliches engagiert und hatte dazu auch keinerlei Affinität. Im Folgenden werde ich kurz etwas zu den Vorbereitungen berichten und anschließend ein paar ausgewählte Bilder zeigen.

Zunächst bekam ich Schweißausbrüche 🙂 Das Netz bietet eine Vielzahl von Anleitungen und Erfahrungsberichten wie man an eine solche Aufgabe heran geht. Also eigentlich bräuchte ich hier gar nicht weiterschreiben und versuche mich daher kurz zu fassen. Bei meiner Recherche sind mir viele nahezu perfekte Ergebnisse der auf dem Gebiet schon etablierten Fotografen begegnet, so dass der selbst auferlegte Druck schon beachtlich gestiegen ist. Nach vielen schlaflosen Nächten mit Gedanken rund um meine weniger für einen solchen Zweck geeigneten Ausrüstung, habe ich den Entschluss gefasst: Investieren in neue Technik und dann ausprobieren! So bin ich also zu meinem Reflexschirm und den China-Blitzen mit Funkauslöser gekommen 😉 Mittlerweile macht mir die Arbeit damit sogar Spaß. 

Im Vorfeld haben wir uns zu einem ungezwungenen Outdoor-Portrait-Shooting getroffen um einerseits die Arbeit vor und hinter der Kamera zu üben und andererseits beim anschließenden Abendessen abzustimmen welche Ideen, Wünsche und Vorstellungen auf beiden Seiten vorhanden sind. An der Stelle wurden auch gleich die harten Fakten (Uhrzeiten, Anzahl Gäste, Veranstaltungsort etc.) besprochen. Nach dem Gespräch war ich guter Dinge und habe ein bisschen nach typischen Bildern für eine solche Trauung gesucht, einfach um ein besseres Gefühl für die Bildgestaltung zu bekommen. Ferner hat es sich als Vorteil erwiesen, sich das Gelände rund um den Ort des Geschehens etwas genauer einzuprägen. Eines meiner Lieblingsbilder vom Tag der Trauung mit dem Efeu an der Wand im Hintergrund wurde dadurch als Ausweich-Location erst möglich.

Am großen Tag selbst waren meine Assistentin und ich natürlich überpünktlich vor Ort und konnten so schon einmal ein paar Kameraeinstellungen bei der aktuellen Lichtsituation durchprobieren. Dadurch musste die Braut in ihrem schönen aber für diesen Moment dann doch zu kalten Kleid nicht allzu lang in der Kälte ausharren. Meine Nervosität hat sich übrigens während der ganzen Zeit auf einem recht hohen Level gehalten. Auch wenn in jedem Ratgeber „Don´t panic“ steht, halte ich es für normal etwas angespannter als üblich zu sein. Vorbildlich hatte ich meine Technik vorbereitet: zwei Kameras waren einsatzbereit, Ersatzblitz und ein gutes Dutzend Akkus im Rucksack. Trotzdem ist mir zwischendurch einfach die Tastenbelegung der Kamera entfallen. Nach kurzem Schreckmoment und einer Phase des Durchatmens ging es dann ohne Probleme weiter.

Rückblickend betrachtet würde ich einige Punkte nun anders angehen. So würde ich z.B. zukünftig das Brautpaar darauf aufmerksam machen, sich bei kurzweiligen Momenten (Ringtausch oder dem anschließenden Kuss) Zeit zu lassen. Dadurch gewinnt man vielleicht den einen Augenblick in dem alles perfekt passt. Trotzdem war es insgesamt eine spannende Erfahrung und es flößt mir gleichzeitig gehörigen Respekt gegenüber Profis ein. Eine genaue Vorbereitung ist auf jeden Fall der Schlüssel zum Erfolg. Ich bin mit einigen der Bilder äußerst zufrieden, ärgere mich jedoch in anderen Fällen über mich selbst, da sicher noch mehr möglich gewesen wäre.

Ich freue mich natürlich über jegliche Rückmeldung zum Artikel oder den hier folgenden Bildern.

Lost Place – Nürnberg

Das erste Mal für mich in einem – eher kleinen – Lost-Place. Zum Glück war ich nicht allein, sondern mit zwei weiteren Fotofreunden unterwegs. Es war an der einen oder anderen Stelle doch gruselig und irgendwie auch verstörend. Besonders die auf dem Grundstück und im Haus herumliegenden Puppen gingen doch an die Substanz, auch wenn diese vielleicht von anderen dort platziert wurden. Hinter einem solchen Ort steckt jedoch immer mindestens ein menschliches Schicksal. Umso weniger kann ich nachvollziehen, dass an solchen Orten gerne mal randaliert wird. In mir hat jedenfalls das Gefühl von Beklemmung überwogen.

Langenzenn leuchtet

Der September war relativ reich gesegnet mit Usertreffen und unser letzter Termin führte nach Langenzenn (Ldkr. Fürth). Mit einsetzender Dämmerung ging es los, um die Lichtinstallation in der Altstadt auf den Sensor zu bannen. Mit der Beleuchtung, welche von Studenten der Hochschule Coburg erdacht und angebracht wurde, sollen die Besonderheiten der Architektur hervorgehoben werden. Außerdem soll die Lichtinstallation wesentlich weniger laufende Kosten verursachen als die bisherige Straßenbeleuchtung. In Anbetracht der Tatsache, dass Städte vermehrt auf LED-Technik und dimmbare Beleuchtung setzen kann ich dieses Argument nicht ganz nachvollziehen Ich bin mit der Ausbeute an brauchbaren Aufnahmen nicht so zufrieden, war irgendwie nicht mein Tag.

Rathaus

Das Rathaus von Langenzenn, leider stets reger Verkehr

Kirchgang

Der Kirchgang an der Trinitatskirche

Straßenpartie

Bei den farbigen Häuserfassaden ging die Beleuchtung völlig unter

Englandtreffen im Ofenwerk

Ein spontanes Usertreffen der fränkischen Pentaxians am 18.09. hat uns wieder einmal ins Ofenwerk – dem Zentrum für automobile Klassik – geführt. Neben den ansässigen Werkstätten und der Fahrzeugbörse wird Besitzern von Young- und Oldtimern ein Einstellservice für ihre Automobile geboten, so dass die heiligen Hallen den Charakter eines lebendigen Denkmals haben. Für Foto-Enthusiasten ist das natürlich ein Paradies an Motiven, weswegen unsere Gruppe nun auch schon mehrfach im Ofenwerk aktiv war. Am vergangenen Sonntag fand unter dem Motto „50 Jahre Lotus Europa“ das insgesamt 8. Englandtreffen statt. Wie sich herausstellte, war das Modell „Europa“ der Marke Lotus wohl weniger erfolgreich, was bei dem Heck aber auch nicht weiter wundert 😉 Fotografieren mit Musik und die Möglichkeit der „Whisky-Verkostung“ waren jedoch mal ein ganz anderes Erlebnis im Vergleich zu unseren bisherigen Besuchen im Oldtimerparadies. Leider hat es das Wetter nicht ganz so gut gemeint und viele der im Außenbereich ausgestellten Fahrzeuge fanden weniger Zuspruch. Obwohl es sich um ein Treffen englischer Marken handelte, standen auch für mich andere Fahrzeuge im Fokus, da man an diesem Sonntag Zutritt zu den sonst verschlossenen Bereichen erhielt.

Der entscheidende Blick für DAS Motiv fehlt mir häufig beim Fotografieren und dementsprechend sind viele meiner Bilder eher an Vorgaben wie der Drittelregel oder dem goldenen Schnitt orientiert und müssen durch die Nachbearbeitung noch kreativ ausgestaltet werden. Doch manchmal, da klappt es einfach, wie beim folgenden Bild (eine Version mit höherer Auflösung befindet sich bei flickr):

BMW_2002

Die Idee zur Umsetzung und Bearbeitung des Bildes kam beim Betrachten der Szene tatsächlich spontan, das geschieht sonst eher selten 😉 Der BMW 2002 faszinierte mich mit dem abgeblätterten Lack und ersten Ansätzen von Moos auf der Motorhaube. Seiner Niere beraubt, ohne Inneneinrichtung und mit porösen Reifen bot sich dem Betrachter ein trauriger Anblick mit Lost-Place-Charakter. Vor Ort hatte ich jedoch noch eine Bearbeitung in Farbe im Kopf, diese hat mich dann aber letztendlich nicht überzeugt. Alle meine anderen an diesem Tag entstandenen Bilder fallen dagegen deutlich ab und erzeugen beim Betrachter keine so faszinierende Stimmung. Da zeigt sich wieder, dass Fotografie und Emotionen stark miteinander verknüpft sind. Alle weiteren Bilder, auch von den anderen Usern, sind im Rückblick bei pentaxians.de zu finden. Viel Spaß beim Stöbern 🙂

Thalermühle Erlangen

Am 11. September war wieder einmal Tag des offenen Denkmals und das bietet immer die Möglichkeit auch sonst eher unzugängliche Orte zu erkunden. Ich habe mir die Thalermühle an der Regnitz angesehen. Ursprünglich wurde sie um 1700 gebaut (hier eine historische Ansichtskarte), um die Fontäne des Erlanger Schlossbrunnens mit ausreichend Wasserdruck zu versorgen. Dazu wurde Wasser aus der Regnitz 26m nach oben auf den Erlanger Berg (der Ort an dem jährlich Bayerns drittgrößtes Volksfest stattfindet) in den Wasserturm gepumpt und anschließend in den Schlossgarten geleitet. Da die Mühle drei Generationen lang im Besitz der Familie Thaler war, heißt sie heute noch Thalermühle. Mit der Industrialisierung wurde eine Maschinenhalle angebaut und die Mühle diente diversen Gewerken. Später wurde sie nur noch als Wasserkraftwerk genutzt und das in den 90ern neu errichtete Turbinenhaus konnte heute ebenfalls besichtigt werden. Betreiber sind die Stadtwerke. Als relativ großzügiges Nebengebäude existiert noch die Besitzervilla, in der auch mal eine Kinderkrippe untergebracht war. Da das ganze Gebiet regelmäßig bei Hochwasser überschwemmt wird, hat leider der Schimmel das Gebäude erobert und es ist relativ schwierig neue Nutzer zu finden, zu mal man sich dann auch noch mit Brandschutz und Denkmalschutz befassen müsste. Allerdings kann man der Broschüre zum Denkmaltag entnehmen, dass wohl ein Umbau und Neubezug bevorsteht. Naja, soviel Text erstmal zum historischen Abriss. In den Gebäuden ist keinerlei Einrichtung mehr vorhanden, aber ein paar Bilder sind dennoch entstanden.

Urlaubsimpressionen

Der diesjährige Urlaub in Schleswig-Holstein war mit neuer Kamera, neuem Objektiv und einem halben Dutzend Reiseführer gut vorbereitet (siehe hier). Doch vor Ort erfolgte dann leider schnell die Ernüchterung: Statt Sonnenschein und warmen Temperaturen gab es eine Woche lang Regen und Wind bis Sturm im Wechsel bei 15 °C. Die Pentaxians werden jetzt sicher aufschreien: ABER du hast doch WR! Stimmt, aber ich hatte nur eine lange Hose dabei 😉

Langzeitaufnahmen vom Stativ? Sonnenuntergänge? In meinem Kopf hatte ich mir schon die schönsten Szenen zurecht gelegt, aber daraus wurde letztendlich nichts. Dementsprechend mager fällt auch die Bildausbeute aus. Insgesamt bin ich mit dem neuen Objektiv DA 16-85mm WR mehr als zufrieden. Es liefert solide bis in die Ecken scharfe Bilder und ein Fan des Quickshifts bin ich ja sowieso.

Als Urlaubserinnerung wurde zusätzlich einfach ein Bildband gekauft und die gute Fotoausrüstung (besonders mein geliebtes DA15) hat viel Zeit in ihrem Rucksack verbracht. Dem durchwachsenen Wetter lässt sich allerdings auch Positives abringen: Ohne Kamera war enorm viel Zeit die auch bei grauem Himmel schön anzusehende Landschaft zu genießen. Ein paar Impressionen sind bereits entwickelt, aber da kommt vielleicht noch was nach.

Meyer Optik Görlitz Telefogar

Da ich nun mittlerweile zwei gleiche Objektive aus dem Hause Meyer Optik Görlitz besitze, möchte ich die Linse auch einmal vorstellen. Es handelt sich um das Telefogar 3,5/90 V mit Altix-Bajonett.
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Wer Hintergrundinformationen zu Meyer-Linsen sucht, der wird auf der Homepage von Herrn Neuhaus fündig. Das Telefogar ist ein Objektiv, welches lt. Preislisten ausschließlich für das Altix-Bajonett produziert wurde. Mehrere Legenden behaupten es hätte auch M42-Varianten geben, allerdings scheint es sich nach meinen Recherchen eher um eine größere Charge an Umbauten zu handeln. Auch Varianten mit Exakta-Anschluss tummeln sich ab und zu auf diversen Verkaufsplattformen. Die technischen Daten zu den Altix-Objektiven findet man hier, ich erspare mir mal die Details. Konstruktiv hat es einige eher ungewöhnliche Eigenschaften: Die Vorderlinse ist größer als für Blende f/3,5 eigentlich erforderlich und da es für eine Sucherkamera entwickelt wurde, sitzt die Hinterlinse bei einer solchen extrem nah am Verschluss. Die moderate Anfangslichtstärke ist allerdings kein Problem, da das Objektiv meiner Meinung nach voll offenblendtauglich ist. Auch äußerlich hebt es sich deutlich von allen anderen Meyer-Linsen ab und ich finde die Bauform einfach wunderschön.

Was macht man nun mit dem Altix-Bajonett an einer Pentax? Ganz einfach: Im Netz gibt es eine sehr gute Anleitung wie man durch einfachste handwerkliche Arbeiten das Objektiv in einen M42-Adapter bekommt und das schaut dann letztendlich so aus:
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Als kleiner Nachteil an digitalen Pentaxen ragt die zuvor erwähnte Hinterlinse ein Stück zu weit in den Spiegelkasten, so dass ein Teil der Linsenfassung weggeschliffen werden muss. In meinem Fall, hat dies der Vorbesitzer bereits erledigt. Das zweite Exemplar behält vorerst sein Altix-Bajonett und wandert als Reserve in die Vitrine. Ein paar Unterschiede zwischen den beiden Exemplaren gibt es aber:
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Eines hat eine stufenlose Blende, das andere besitzt Rastungen. Auch die Vergütung der beiden Vorderlinsen schimmert nicht gleich. Ich habe allerdings keinerlei Informationen ob und wann bei Meyer Optik die Beschichtungen geändert wurden und freue mich dementsprechend über Hinweise. Das Telefogar zeichnet ausreichend scharf und gibt die Farben in sehr schönen warmen Tönungen wieder. Bei 12 Blendenlamellen lässt sich auch ein schönes Bokeh erwarten.
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Nebenbei – und das ist für mich nicht ganz unerheblich – ist es auch infrarottauglich. Es zeigt keinerlei Hotspot-Neigung und auch die Schärfe ist akzeptabel. Nachfolgend nun eine kleine Auswahl an Bildern, um die Charakteristik der Linse darzustellen.

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