Folgende Situation dürfte wohl jeder schon einmal erlebt haben:

Man hat ein aus der eigenen Perspektive wunderbares Bild aufgenommen und bearbeitet. Anschließend stellt man es ins Netz (Foren, flickr, FB etc.) und erhält Kommentare wie „gefällt mir“, „spricht mich nicht an“ oder auch nur Emoticons.

Das ist jedoch keine objektive Betrachtung der Fotografie sondern drückt lediglich das subjektive Empfinden beim Betrachter aus. Auf der anderen Seite muss sich jeder natürlich auch selbst fragen: Welche Kommentare hinterlasse ich? Sind diese wirklich hilfreich oder auch nur „Likes“? Keine Sorge, niemand verlangt eine ausführliche Bildanalyse zu jedem Bild. Aber ist es nicht so, dass man sich nur durch tatsächlich konstruktive Kritik weiterentwickeln kann? Nicht nur der Empfänger der Kritik wird dadurch Fortschritte erzielen, auch der eigene Blick wird geschärft. Und: So wie man in den Wald hinein ruft, schallt es heraus. Wer also eher geneigt ist, sich mit den Bildern anderer User intensiver zu beschäftigen wird vermutlich eine ähnliche Resonanz auf die eigenen Bilder erfahren. Doch wie macht man das nun?

Generell bietet es sich an in drei groben Schritten vorzugehen:

  1. Beschreibung des Bildes
  2. Analyse
  3. Interpretation

Unter Beschreibung könnte man all die Dinge packen, die üblicherweise in den Kommentaren auftauchen:

  • Hintergrund-Informationen
  • Titel und Genre
  • Objekte im Bild (Vorder-, Mittel- und. Hintergrund)
  • Format, Serie/Einzelbild

Bei der Analyse gilt es nun etwas tiefer in die Details einzusteigen, ohne dabei bereits eine Bewertung vorzunehmen. Hier geht es lediglich um Fakten:

  • Komposition der Gestaltungselemente
  • Farben / Tonwerte
  • Kontraste (hier sind nicht nur Farbkontraste gemeint!)
  • Struktur
  • Spannungsbögen

Im letzten Schritt kann (muss aber nicht) eine Interpretation erfolgen. Diese ist natürlich wieder subjektiv. Steckt beispielsweise eine Botschaft im Bild und wie klar ist diese erkennbar? Ich gebe zu, häufig halte ich mich nicht an diese hier dargestellte Dreiteilung, da die Beiträge in Foren etc. sonst einfach zu aufgebläht wirken.

Und wie merke ich mir das alles?

Tja, da ich mir das sowieso niemals alles merken könnte, habe ich mir ein kleines Merkblatt (DIN A5) mit ein paar Stichpunkten erstellt, welches ihr auch gerne benutzen dürft. Es ist nicht digital erstellt, da ich meist auch die Bildanalysen handschriftlich mache.

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