Shift- und auch Tilt-Objektive sind in regelmäßigen Abständen immer wieder gern genutzte Effektlinsen. Während erstere Art besonders gut die perspektivische Verzerrung in der Architekturfotografie ausgleichen kann (können Pentaxians teilweise auch über den Sensorshift machen), werden Tilt-Objektive eingesetzt um die Schärfeebene nochmal radikal zu verkleinern. Dadurch entsteht im Bereich Landschaftsaufnahmen der Miniatur-Effekt. Klar kann man auch mit jedem Bildbearbeitungsprogramm mit Unschärfeverläufen machen… aber das ist eben keine Fotografie und das Bokeh lässt sich nunmal nicht so einfach nachbasteln. Gerade die Hochzeitsfotografen nutzen Tilt-Linsen gerne, um ihren Bildern etwas besonderes zu verleihen, aber mittlerweile ist der Effekt nicht mehr so hip sondern eher ausgelutscht. Für Pentax ist das Angebot an Objektiven mit Tilt- und/oder Shift-Funktion wie gewohnt eher dürftig. Mir fallen da eigentlich nur die Oldies aus der K-Serie oder die Walimex/Samyang-Linsen ein. Auf ebay findet der interessierte Knipser noch ein paar umgebaute russische Objektive zu moderaten Preisen ab 100€ und dann ist auch schon Schluss. Da liegt es natürlich nahe selbst handwerklich tätig zu werden und das Netz bietet hier genügend DIY-Anleitungen für erste Experimente. Wer Blut geleckt hat, kann sich ja später immernoch ein Samyang kaufen. Ich habe mich beim Basteln an der Umsetzung von Markus Keinath orientiert. Allerdings habe ich erstmal nichts fest verklebt sondern nur getaptet und meine Optik ist das EL-Nikkor f5.6/105mm Vergrößererobjektiv welches nur in die Lampenfassung gesteckt wird. Nach den ersten Versuchen steht fest: Sieht leichter aus als es ist (oder ich stelle mich doof an). Auf jeden Fall sollte man den Effekt mit Bedacht einsetzen und er wirkt auch nicht in jeder Situation, aber macht euch selbst ein Bild.