Ein kleiner Ausflug in die Fotografie mit reflektierter UV-Strahlung

Eine andere Sicht auf unsere Umwelt bietet die reflektierte UV-Fotografie. Einige haben bestimmt bereits mitbekommen, dass ich im Besitz einer Pentax K-r ohne Hot-Mirror-Filter bin. Damit steht mir nun das gesamte detektierbare Lichtspektrum des Sensors zur Verfügung. Neben reflektierten Infrarot-Aufnahmen sind so auch Bilder mittels reflektierter Strahlung aus dem UV-A Band möglich. Das hat allerdings nichts mit der besser bekannten „Schwarzlicht-Fotografie“ zu tun, bei der UV Strahlung genutzt wird um sichtbare Floureszenz anzuregen (kurz UVIVF). Was ich also mache ist bei brütender Hitze draußen in der Sonne Blüten abzulichten, mit UV-Durchlass- und IR-Sperrfilter vor der Linse. Was auf dem Sensor landet ist somit die reflektierte Strahlung. Das ist wirklich entschleunigte Fotografie. So kann dann das Ergebnis aussehen:

Hieracium umbellatum

(Doldiges Habichtskraut – Hieracium umbellatum)

An der Stelle muss bereits entschieden werden in welche Richtung es fotografisch gehen soll. Reine wissenschaftliche Fotografie im kurzwelligen UV-Band oder künstlerischer Zweig im nahen UV-A mit möglicher Kontamination der Aufnahme durch sichtbare oder infrarote Strahlung. Falls man an erster Variante interessiert ist, kann ich gleich versprechen: DAS wird teuer (da es nur eine handvoll UV-Objektive gibt) und meine kleine Anleitung ist dafür auch nicht geeignet. Für erste erfolgreiche Exkurse benötigt man die folgende Ausrüstung:

  • eine Kamera ohne Hot-Mirror-Filter (auch oft als full spectrum bezeichnet) und vielleicht sogar noch mit CCD-Sensor. Stand meiner Erfahrungen heute würde ich eine umgebaute Kamera von Nikon empfehlen. Hier ist das Angebot an UV-geeigneten Linsen ohne viel Bastelarbeit größer und auch in der Community sind diese stark vertreten. Das macht die Problemlösung am Anfang natürlich erheblich einfacher. Ich selbst benutze eine Pentax K-r ohne Hot-Mirror-Filter (im Bild rechts) und eine Canon EOS-M
Hot Mirror Filter

Mein Tipp für den Anfang ist ein günstiges (und hier reden wir von ca. 10 bis 20€) PrinzGalaxy 35mm/f3.5 Objektiv mit M42-Gewinde, zusätzlich ein entsprechender Adapter und ein kurzer Zwischenring. Dieses Objektiv wurde auch unter anderen Marken vertieben, wie z.B. Soligor, I.N.A. etc. Wer Blut geleckt hat, landet später bei M39-Vergrößerer-Objektiven (meist EL-Nikkor) die mittels Helicoid an der DSLR betrieben werden und Hardcore-UV-Fotografen werden wohl nicht an den €€€€-teuren Spezialoptiken vorbeikommen.

wird demnächst weiter geschrieben…