Variocolorfilter aus vergangenen Tagen

Durchaus interessant für die IR-Fotografie sind die mittlerweile mehr und mehr in Vergessenheit geratenen Variocolorfilter. Bei diesen auch als Bi-Color bezeichneten Gläsern kann die Farbe des Filters durch Rotieren des zusätzlich vorgeschaltetetn Pol-Filters variiert werden. Es gab sie in einer Vielzahl an Kombinationen, die Gebräuchlichsten dürften aber Gelb/Rot, Blau/Rot und Gelb/Grün sein.
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Auch Pentax hatte diese Filter im Sortiment, allerdings ist es mir bisher noch nicht gelungen ein solches Exemplar aufzutreiben. Auf dem Gebrauchtmarkt sind vereinzelt noch Filter von Vivitar (unter der Bezeichnung Cromo Blend), B+W (Bezeichnung: Magicpol) oder Hoya/Hama erhältlich.

B+W Magicpol

Vor einer undefiniert umgebauten Kamera ist dieser Filter enorm praktisch, da er wie eine Kombination aus Band- und Langpassfilter funktioniert. Im Fall des Gelb/Rot-Vario kann kontinuierlich der Anteil an Farbinformationen auf dem späteren Bild eingestellt werden. Bei Verwendung des Blau/Rot-Filters, wie im nachfolgenden Bild dargestellt, ergeben sich zwei Szenarien: „Auf Rot gedreht“ erhält man einen ganz normalen Langpassfilter vgl. mit dem RG645. Durch Rotation des Polfilters und Auswahl von Blau ergibt sich ein Bandpassfilter, d.h. Blau und NIR werden durchgelassen (vergleichbar mit den SuperBlue-Filtern wie Tiffen #47). Man erhält den klassischen Wood-Effekt und bereits bei der Aufnahme bleibt der Himmel blau, so dass nachträglich kein zusätzlicher Kanaltausch notwendig ist.

chromoblend

Vor das Objektiv wird zunächst der Vario-Color-Filter geschraubt. Zusätzlich wird noch ein Polfilter (hier linear) vorgeschaltet. In der Anleitung die dem Filter beiliegt wird zwar ein Zirkularfilter empfohlen, ich habe allerdings bessere Ergebnisse mit dem linearen Polfilter erzielt.